2012 Podiumsgespräch
CHANCEN für die ÖKUMENE heute!
Veranstalter: Don Bosco Haus
Auch im "christlichen Abendland" wird das Christentum immer mehr zurückgedrängt. Wie kann der ökumenische Gedanke in den Gemeinden besser verankert werden, um ein Zusammenrücken aller Christen zu fördern?
Teilnehmer
| Reg. Rat Prof. Mag. Dr. Karl R. ESSMANN | Moderation |
| Bischof Dr. Michael BÜNKER | Evangelische Kirche AB |
| Bischofsvikar Dr. Nicolae DURA | Vorsitzender des ökumenischen Rates |
| Helene HORNICH | Dekanatsreferentin |
| Bischof Mag. Dr. John OKORO | Altkatholische Kirche |
| Bischofsvikar P. Mag. Dariusz SCHUTZKI CR | Röm. katholische Kirche |
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| Eröffnung: P. Siegfried M. Kettner SDB | Moderation: Reg. Rat Prof. Mag. Dr. Karl R. Essmann |
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| das Podium | |
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| HORNICH | DURA | BÜNKER | OKORO | SCHUTZKI |
Bericht (epd):
Die Kirchen verbinde der Einsatz für eine
gerechte Welt und der Schutz jener, die "unter die Räder kommen", erklärte der
evangelisch-lutherische Bischof Michael Bünker bei einer Podiumsdiskussion über
die Chancen der Ökumene am Donnerstag, 26. Jänner, im Wiener Don Bosco-Haus. Der
Bischof erinnerte an das Ökumenische Sozialwort, das nach wie vor eine
"brandaktuelle Orientierungshilfe" sei. Im Zweiten Vatikanischen Konzil habe die
Römisch-katholische Kirche einer Rückkehrökumene eine klare Absage erteilt, in
Österreich habe Kardinal König die Römisch-katholische Kirche für die Ökumene
geöffnet. Heute versuche der Ökumenische Rat der Kirchen, "das Miteinander der
Kirchen mit Leben zu erfüllen". Eine unverzichtbare Funktion komme heute dem
Religionsunterricht zu, den Bünker als "Avantgarde der Ökumene" bezeichnete.
Denn in der Schule erlebten Kinder und Jugendliche das Miteinander der
Religionen. Als "ökumenischen Grundansatz" empfahl der Bischof, als Kirche nicht
die "Defizite" der anderen Kirchen zu sehen, sondern die unterschiedlichen
Elemente, die bereichern: "Jede Kirche sollte sich bewusst werden: 'Wir haben
nicht alles und brauchen andere, um die allgemeine Katholizität sichtbar zu
machen'". Die Zulassung zur Eucharistie sei vor allem für
gemischt-konfessionelle Paare ein "dringendes Anliegen".
Dass das "Thema Ökumene einschläft", konstatierte Helene Hornich, Leiterin des
"Ökumenekreises 13", der zu dem Podiumsgespräch eingeladen hatte.
"Einheit suchen und Vielfalt bewahren" ist für den rumänisch-orthodoxen
Bischofsvikar Nicolae Dura das Motto der Ökumene.
Dura, der derzeit Vorsitzender des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich
(ÖRKÖ) ist, plädierte für einen "geistlichen Ökumenismus": Es gehe darum,
"Zeugnis zu geben ohne Konkurrenzdenken", so der Bischofsvikar. Die Gründung der
Kirchlichen Pädagogischen Hochschule, die gemeinsam von verschiedenen Kirchen
betrieben wird, sieht der Bischofsvikar als "Vorbild für die Ökumene".
Eine "Ökumene des Herzens" werde er nicht mehr erleben, meinte der
altkatholische Bischof John Okoro. Seit Jahren gelinge es etwa nicht, "einen
Bischof der Römisch-katholischen Kirche zur Predigt bei uns einzuladen". Hier
ortet der Bischof deutliche Berührungsängste. Es sei schwer, über Ökumene zu
reden, "wenn die Grundstruktur des Denkens von Doktrinen gesteuert ist" und
immer wieder nach Trennendem statt Verbindendem gesucht werde, kritisierte der
Bischof. Ökumene verlange "Ehrlichkeit ohne Ängste" und integratives Denken.
Angesichts der oft verletzenden Situationen, wenn Menschen von der
Abendmahlsgemeinschaft ausgeschlossen werden, fragte der Bischof: "Hat Jesus so
kompliziert gedacht?"
Als dringende gemeinsame ökumenische Herausforderung sieht der
römisch-katholische Bischofsvikar Dariusz Schutzki das Bemühen der Kirchen,
jenen Menschen Heimat zu geben, die "religiös obdachlos" geworden sind. Schutzki:
"Wie schaffen wir es, Spuren Gottes in ihrem Leben und Schicksal aufzuzeigen?"